Unsere Strategie: Wie wir den Wandel zu einer nachhaltigeren Welt vorantreiben

Markus Rauramo  ·  03 Dezember 2020

Blogbeitrag von Fortum-CEO Markus Rauramo zum Strategie-Update der Fortum Group

Das Jahr 2020 ist geprägt von großen Veränderungen in der Gesellschaft um uns herum. Die Pandemie hat die Art und Weise, wie wir unser tägliches Leben führen, wie wir arbeiten und miteinander interagieren, tiefgreifend beeinflusst. Was sich jedoch nicht geändert hat, ist das gemeinsame Bewusstsein für die Notwendigkeit einer schnellen Energiewende zur Bekämpfung des Klimawandels. Persönlich glaube ich, dass die Pandemie uns näher zusammengebracht und die Entschlossenheit der Menschen sogar gestärkt hat, nachhaltiger zu leben. Staatsregierungen und die EU streben strengere Emissionssenkungen an; die Bemühungen, die Wirtschaft wieder anzukurbeln sind darauf ausgerichtet, nachhaltiges, klimaneutrales Wachstum zu unterstützen; es gibt technologische Fortschritte – all das gibt weiteren Anlass zu Optimismus.

Wenn ich darauf zurückblicke, was wir bei Fortum in diesem außergewöhnlichen Jahr alles erreicht haben, dann kann ich auf unser Team nur stolz sein. Wir haben Uniper mit seinen 11.500 Kolleginnen und Kollegen in der Fortum-Gruppe als strategische Tochtergesellschaft und fünftes Geschäfts­segment willkommen geheißen. Zusammen sind wir nun der drittgrößte Erzeuger CO2-freier Energie in Europa und ein führender Anbieter im Gasgeschäft. Damit spielen wir eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der Energiewende. Heute haben wir nun unseren gemeinsamen strategischen Fahrplan für die kommenden Jahre bekanntgegeben.

Fit für die Zukunft

Ich freue mich besonders, diese neue Strategie vorzustellen. Wir haben intensiv mit Uniper daran gearbeitet, unsere jeweiligen Unternehmensstrategien aufeinander abzustimmen und Kooperations­chancen zu konkretisieren - und ich glaube, dass wir uns in einer hervorragenden Position befinden, um diese Zusammenarbeit weiter voranzutreiben. Vor allem aber freue ich mich, dass wir als internationaler Energiekonzern nun unser Bekenntnis zum Pariser Abkommen formalisiert haben. Damit haben wir dem seit langem bestehenden Vorhaben, unsere Geschäftsaktivitäten klimaneutral zu machen, starken Vorschub geleistet.

Unsere Strategie stützt sich auf unser neu-definiertes, fokussiertes Unternehmensleitbild: Wir wollen den Wandel zu einer nachhaltigeren Welt vorantreiben. Wir sichern einen schnellen und verlässlichen Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft, indem wir Kunden und die Gesellschaft mit sauberer Energie und nachhaltigen Lösungen versorgen. Ich sehe das als DIE entscheidende Rolle für Fortum an. Sie bringt große Verantwortung mit sich, denn es geht darum, einen nachhaltigen, zuverlässigen und bezahlbaren Übergang zur Klimaneutralität zu ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir ein hervorragender Arbeitgeber für alle Kolleginnen und Kollegen sowie eine gute Anlage für unsere Aktionäre bleiben.

Schlüssel zum Erfolg

Unsere Kerngeschäftsfelder sind und bleiben in der CO2-freien Energie – also Wasserkraft, Kern-, Wind- und Sonnenenergie - sowie sauberes Gas. Unsere CO2-freie Stromerzeugung werden wir weiter ausbauen und unser Wachstum dabei auf Wind- und Solarenergie konzentrieren. Bis 2025 wollen wir vor allem in Europa bis zu 2 GW an Kapazitäten in der Onshore-Wind- und Solarstrom­erzeugung aufbauen. Das sind spannende Neuigkeiten, und aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Schritt beim Ausbau unseres Portfolios an erneuerbaren Energien.

Während sich Europa im Kohleausstieg befindet, liefert unser Gasgeschäft die dringend benötigte Flexibilität für die Stromversorgung und ermöglicht ein schnelles Wachstum von Sonnen- und Windenergie. Es gehört zu unserer Rolle, eine zuverlässige Versorgung mit Erdgas für die Wärme- und Stromerzeugung sowie Industrieprozesse in ganz Europa sicherzustellen - für private Haushalte bis hin zu großen modernen Fabriken, die alle tagtäglich darauf angewiesen sind.

Wir wissen, dass Gas im Vergleich zu heute immer sauberer werden muss, d.h. künftig deutlich weniger oder gar keine Kohlenstoffemissionen mehr verursachen darf. Daher legen wir in unserer Strategie so großen Wert darauf, zur Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft beizutragen. Momentan ist Europa stark von Erdgas abhängig und verbraucht im Rahmen seines Energiemixes etwa 70% mehr Gas als Strom. Damit unsere Gesellschaft klimaneutral werden kann, muss der größte Teil dieses Gases durch Wasserstoff oder andere saubere Gase ersetzt werden. Das wird keine leichte Aufgabe für Europa. Wir stehen bereit, hierfür einen wesentlichen Beitrag zu leisten, und werden auf Unipers Pionierarbeit im Bereich Wasserstoff aufbauen. Neulich hatte ich die Gelegenheit, Unipers Wasserstoffanlage in Falkenhagen virtuell zu besuchen und das Team dort kennenzulernen. Der Besuch war inspirierend – und bot eine erste Vorschau darauf, wie unsere Zukunft mit Wasserstoff aussehen kann. Derzeit haben wir europaweit Projektvorhaben von über 500 MW. Wir wollen zu den führenden Unternehmen im Bereich sauberer Gasanwendungen gehören und vor allem Industrie- und Infrastrukturkunden bedienen, mit denen wir langfristig zusammenarbeiten. Wir haben die nötige Fachkompetenz nicht nur bei Wasserstoff, sondern auch bei anderen nachhaltigen Lösungen. In Partnerschaft mit diesen Kunden können wir ihnen helfen, ihren ökologischen und Treibhausgas-Fußabdruck zu verringern.

Der Weg zur Klimaneutralität 2050

Im Einklang mit dem Pariser Abkommen haben wir uns verpflichtet, bis spätestens 2050 klimaneutral zu sein - keine leichte Aufgabe, aber eine, an der wir unermüdlich arbeiten müssen. Um unseren Fortschritt zu messen, haben wir beschlossen, die CO2-Emissionen in unserer Stromerzeugung in Europa bis 2030 um die Hälfte zu senken und hier bereits 2035 klimaneutral zu sein. Diesen Zielen habe ich mich persönlich mit meinem Einsatz verschrieben.

Wie wir schon seit langem sagen, hat die Kohleverstromung langfristig keinen Platz in unserem Portfolio. Deshalb werden wir die Stromerzeugungskapazität aus Kohlekraftwerken des Konzerns in den nächsten fünf Jahren um mehr als 50% reduzieren. Auch in Russland werden wir unser Anlagenportfolio schrittweise auf erneuerbare Energien umstellen und gleichzeitig unser Engagement im Bereich fossiler Brennstoffe nach und nach reduzieren.

Entschlossen nach vorn

Nachdem wir unsere Strategie bekanntgegeben haben, ist es jetzt an der Zeit, die Ärmel hoch­zukrempeln und uns an die Arbeit zu machen. Wir werden bei der Umsetzung schrittweise vorgehen, dabei zuerst unsere Finanzkraft und finanzielle Leistungsfähigkeit sichern und dann unsere Investitionen, vor allem in erneuerbare Energien und sauberes Gas, nach und nach weiter erhöhen. Mit dem Fachwissen beider Unternehmen verfolgen wir einen One-Team-Ansatz in strategischen Geschäftsfeldern, wie dem nordischen Wasserkraftportfolio, dem physischen Energie-/Brennstoffhandel, der Entwicklung von Solar- und Windenergie und Wasserstoff.

Neben den Investitionen auf der einen Seite werden wir auf der anderen Seite jedoch auch einige Geschäftsaktivitäten veräußern. Ein aktives Portfoliomanagement ist in der Vergangenheit zentraler Strategie-Bestandteil sowohl bei Fortum als auch bei Uniper gewesen. Dies ermöglicht uns, neue Investitionen im Einklang mit unserer Strategie zu finanzieren und durch diese Veränderungen noch fokussierter und stärker zu werden.

Mit dem breiten Spektrum an Fachexpertise, dem umfangreichen Erfahrungsschatz und einem starken Arbeitsethos bei unseren Kolleginnen und Kollegen bei Fortum und Uniper haben wir eine wirklich gute Ausgangslage für die Umsetzung unserer Strategie. Eine treibende Kraft in der Energiewende zu sein sowie eine führende Rolle in dieser zu spielen – und das in einer zunehmend unsicheren Welt – wird jedoch kein Spaziergang. Es muss uns klar sein, dass mitunter schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen und dass der Wettbewerb intensiv sein wird. Wir alle müssen hart arbeiten und uns gemeinsam auf den Weg machen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen.

Dennoch bin ich sehr optimistisch, was unsere Zukunft anbelangt. Wir befinden uns in einer hervorragenden Position, um all die Chancen zu nutzen, die sich aus der Energiewende ergeben. Die nächsten fünf bis zehn Jahre werden entscheidend sein - für die Energiewende, für eine nachhaltigere Welt - und für Fortum. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unseren Kunden, Partnern und der Gesellschafft. Vor allem aber freue ich mich darauf, mit allen Mitarbeitenden der Fortum-Gruppe in allen unseren Märkten zusammenzuarbeiten, um gemeinsam eine Erfolgsgeschichte zu schreiben.

 

Quelle: ForTheDoers Blog, 03.12.2020