Fortum Kapitalmarkttag: Strategie-Update – neue Finanz- und Klimaziele, klar ausgerichtet auf Klimaneutralität und eine steigende Dividende

  • Fortum hat die Strategie für die gesamte Fortum-Gruppe überarbeitet, um den Wandel zu sauberen Energien voranzutreiben und eine nachhaltige finanzielle Performance zu erzielen.
  • Im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens strebt Fortum an, bis 2050 klimaneutral zu werden – mit ehrgeizigen mittelfristigen Zielen.
  • Fortum hat seine Finanzziele aktualisiert: Nettoverschuldung / EBITDA unter 2x und klimaabhängige Mindestrenditen für neue Investitionen.
  • Aktualisierte Dividendenpolitik zielt auf eine im Zeitverlauf steigende Dividende ab; der Verwaltungsrat strebt für das Jahr 2020 eine Dividende von EUR 1,12 pro Aktie an.
  • Investitionen für das Jahr 2021 werden für die gesamte Fortum-Gruppe auf etwa EUR 1.400 Millionen geschätzt, einschließlich Instandhaltungsinvestitionen und ohne Akquisitionen.
  • Erhebliche Vorteile aus Kooperation mit Uniper identifiziert; diese sollen bis Ende 2023 jährlich mehr als EUR 50 Millionen und im Jahr 2025 etwa EUR 100 Millionen betragen.
  • Wachstum der CO2-freien Stromerzeugung mit dem Ziel, bis 2025 1,5-2 GW Erzeugungskapazitäten in Onshore-Wind- sowie Solarenergie aufzubauen.
  • Fortum hat heute beschlossen, eine strategische Überprüfung, einschließlich einer möglichen Veräußerung, seines Consumer Solutions-Geschäfts einzuleiten.

 

Die aktualisierte Strategie wird heute Nachmittag auf dem Kapitalmarkttag von Fortum ausführlicher vorgestellt.

Fortum hat eine Transformation vollzogen und in den vergangenen sechs Jahren rund EUR 11 Milliarden investiert, um Europas drittgrößter Erzeuger CO2-freier Energie und ein führender Anbieter im Gasgeschäft zu werden. Damit ist Fortum nun gut positioniert, um die Chancen der Energiewende zu nutzen, deren Ziel es ist, den Klimawandel zu bremsen. Um erfolgreich zu sein, muss die Energiewende ein Gleichgewicht zwischen Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit herstellen. Dies erfordert nicht nur erneuerbare Energien, sondern auch zunehmend sauberes Gas, Energiespeicher und andere flexible Lösungen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und um die Treibhausgase aus Industrie, Transport sowie Wärme- und Kälteerzeugung zu reduzieren.

"Mit dieser überarbeiteten Strategie definieren wir nun den Weg und setzen die Ziele für die gesamte Fortum-Gruppe, einschließlich Uniper als einem unserer Geschäftsbereiche. Seit meinem Amtsantritt als CEO im Sommer haben wir eng mit Uniper an der Strategie für den Gesamtkonzern gearbeitet und dabei die einzigartigen Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet. Aufbauend auf den Stärken beider Unternehmen wird unser zukünftiges Wachstum durch CO2-freie Stromerzeugung und sauberes Gas getrieben werden. Gleichzeitig machen wir unser Geschäft nachhaltig klimaneutral und arbeiten gemeinsam mit unseren Kunden und der Gesellschaft an der Dekarbonisierung", sagt Markus Rauramo, Präsident und CEO von Fortum.

"Ich freue mich besonders, dass wir als internationaler Energiekonzern nun unser Bekenntnis zum Pariser Abkommen formalisiert haben. Dazu haben wir ehrgeizige Klimaziele festgelegt und uns verpflichtet, unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Wir streben an, spätestens bis 2050 im Gesamtkonzern und spätestens 2035 in unserer europäischen Stromerzeugung klimaneutral zu sein. Als Zwischenschritte werden wir unsere Erzeugungskapazität aus Kohlekraftwerken bis Ende 2025 auf weniger als die Hälfte reduzieren und die CO2-Emissionen in unserer europäischen Stromerzeugung bis 2030 um mehr als 50% gegenüber 2019 senken", so Rauramo weiter.

Unternehmensleitbild und strategische Prioritäten

Im Rahmen der Überarbeitung der Strategie hat Fortum auch sein Unternehmensleitbild neu definiert; dies löst die vorherige Vision und Mission des Unternehmens ab:

Wir treiben den Wandel zu einer nachhaltigeren Welt voran. Wir gewährleisten einen schnellen und verlässlichen Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft, indem wir Kunden und die Gesellschaft mit sauberer Energie und nachhaltigen Lösungen versorgen.

"Mit unserer Strategie wollen wir die Energiewende vorantreiben und gleichzeitig eine nachhaltige finanzielle Performance erzielen", sagt Rauramo weiter. "Bei der Umsetzung der Strategie werden wir zunächst die Sicherung unserer Finanzkraft in den Vordergrund stellen. Investitionen in saubere Energie und Gas sowie in Lösungen für Industrie- und Infrastrukturkunden werden wir schrittweise erhöhen."

Die Strategie beruht auf vier Prioritäten:

  1. Wir machen unser Geschäft klimaneutral

Die Transformation unserer eigenen Geschäftsaktivitäten, um sie klimaneutral zu machen, ist für Fortum seit langem eine Priorität. Um diese Entwicklung zu beschleunigen, haben wir uns zu den folgenden ehrgeizigen Klima- und Umweltschutzzielen verpflichtet:

  • Klimaneutralität im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens bis spätestens 2050 (Emissionen in Scope 1, 2 und 3)
  • Klimaneutralität in der europäischen Stromerzeugung bis spätestens 2035 (Scope 1 und 2)
  • Reduzierung der CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) in der europäischen Stromerzeugung um mindestens 50% bis 2030 (im Vergleich zum Basisjahr 2019)

Anzahl wichtiger freiwilliger Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität ≥12 in 2021Im Laufe des nächsten Jahres wird Fortum eine Vorgabe für die Reduzierung der Scope 3-Emissionen entwickeln, die die indirekten Emissionen aus unserem Brennstoffhandelsgeschäft berücksichtigt (Kategorie 11).

Fortums Stromerzeugungskapazität aus Kohlekraftwerken wird bis Ende 2025 um mehr als 50% auf etwa 5 GW reduziert werden. Zu den Reduzierungsmaßnahmen in Deutschland gehören die von Uniper Anfang des Jahres angekündigte (und diese Woche aktualisierte) Schließung von Kohlekraftwerken in Höhe von 0,9 GW bis Ende 2020, 1,5 GW bis Ende 2022 sowie weiteren 0,5 GW bis Ende 2025. Hinzu kommt die Schließung von 2 GW im Vereinigten Königreich durch Uniper bis Ende 2025 und die bereits angekündigte Entscheidung von Fortum, die Verwendung von Kohle in Espoo bis 2025 einzustellen.

Uniper hat am Dienstag angekündigt, den kommerziellen Betrieb des Kraftwerk Heyden Ende 2020 zu beenden. Damit geht die Anlage fünf Jahre früher als geplant außer Betrieb. Das ist ein bedeutender Schritt bei der Umsetzung der ehrgeizigen Kohleausstiegspläne von Uniper und entspricht einer weiteren Verringerung der kohlebefeuerten Kapazität der Fortum-Gruppe um 8%.

  1. Wir stärken und investieren in CO2-freie Stromerzeugung

Die Investition in Uniper hat Fortums eigene Transformation beschleunigt, die CO2-freie Stromerzeugung des Konzerns um 60% erhöht und das Unternehmen damit zum drittgrößten Erzeuger CO2-freier Energie in Europa gemacht. Unser Schwerpunkt liegt weiterhin darauf, unsere hervorragende Position in den Bereichen Wasserkraft und Nuklearenergie zu halten und weiter zu verbessern.

Zudem werden wir uns darauf konzentrieren, ein großes Portfolio an Onshore-Wind- und Solarstromerzeugung vor allem in Europa auf- und auszubauen, welches einen wesentlichen Ergebnisbeitrag leisten soll. Ziel ist es, bis 2025 1,5-2 GW an neuen Kapazitäten zu schaffen. Diese werden teilweise auf Fortums eigene Bilanz genommen, teilweise mit Hilfe des "build-operate-transfer" Geschäftsmodells entwickelt und weiterverkauft werden.

Um eine zielgerichtete und effektive Umsetzung der Strategie zu gewährleisten, verfolgen wir einen One-Team-Ansatz für Fortum und Uniper, um das nordische Wasserkraftportfolio, den physischen Energie-/Brennstoffhandel sowie die Entwicklung von Solar- und Windenergie in Europa zu optimieren.

Unser Russland-Geschäft werden wir schrittweise auf erneuerbare Energien umstellen und gleichzeitig unser Engagement im Bereich fossiler Brennstoffe nach und nach reduzieren.

  1. Wir nutzen unsere starke Position im Gasgeschäft zur Unterstützung der Energiewende

Durch Uniper ist Fortum nun auch ein bedeutender Anbieter im Gasgeschäft mit einer führenden Position in der Stromerzeugung mit Gaskraftwerken und dem Gas-Midstream-Geschäft mit dem wir Gas zur Wärmeerzeugung und für verschiedene Industriebedarfe zur Verfügung stellen. Während Europa sukzessive den Kohleausstieg vorantreibt, liefert unser Gasgeschäft die dringend benötigte Flexibilität für die Stromversorgung und ermöglicht ein schnelles Wachstum von Sonnen- und Windenergie. Wir wollen unsere Stromerzeugung mit Gaskraftwerken durch die schrittweise Umwandlung in und Nutzung von sauberen Gasen klimaneutral machen.

Gas spielt in vielen Bereichen außerhalb des Strommarktes eine wichtige Rolle. Wir werden uns auch weiterhin auf die zuverlässige Lieferung von Gas für Wärmeerzeugung und Industrieprozesse konzentrieren. Unser Ziel ist es, unsere Gasversorgung und -speicherung weiter zu optimieren und unseren Anteil an langfristig vertraglich vereinbarten Verkäufen an Großhandels- und Industriekunden zu erhöhen. Längerfristig wird die Nutzung von Erdgas auf sauberen Wasserstoff und synthetische Gase umgestellt werden. Unsere starke Position in der Gas-Wertschöpfungskette und CO2-freien Stromerzeugung schaffen gute Voraussetzungen dafür, in Zukunft saubere Wasserstofflösungen erfolgreich anbieten zu können.

  1. Wir arbeiten eng mit Industrie- und Infrastrukturkunden zusammen

Im Einklang mit unserem Unternehmensleitbild will Fortum mit Kunden und der Gesellschaft zusammenarbeiten, um sie bei der Verringerung ihres ökologischen Fußabdrucks zu unterstützen. Dementsprechend wollen wir Industrie- und Infrastrukturkunden Lösungen zur Reduzierung von Treibhausgasen sowie Umweltlösungen anbieten, wie z.B. bei Netzstabilität, Müllkraftwerken und kohlenstoffarmen Industrielösungen.

Die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft wird eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung Europas spielen. Die Ambitionen der EU und einiger Mitgliedsstaaten sind sehr ehrgeizig. Fortum strebt an, auf Unipers Vorreiterrolle im Bereich Wasserstoff aufzubauen sowie die Position des Konzerns als drittgrößter Erzeuger CO2-freier Energie in Europa, unsere langfristigen Kundenbeziehungen und unsere starke Fachkompetenz in den Bereichen Technik, Handel, Risikomanagement und Gasspeicherung zu nutzen um Chancen rund um Wasserstoff zu entwickeln und auszuschöpfen, sobald diese kommerziell verfügbar werden. Wir planen, ein dezidiertes Wasserstoff-Team aufzubauen.

Finanzziele, Dividendenpolitik und Richtlinien für Investitionsausgaben für 2021

Fortum hat seine Finanzziele und seine Dividendenpolitik aktualisiert. Das Unternehmen strebt weiterhin ein Rating von mindestens BBB an. Die langfristigen Finanzziele sind:

  • Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/EBITDA) unter 2x
  • Mindestrenditen für neue Investitionen von WACC
    • +100 Basispunkte für grüne Investitionen
    • +200 Basispunkte für andere Investitionen

Die Dividendenpolitik von Fortum wurde überarbeitet und sieht vor, "eine stabile, nachhaltige und im Zeitverlauf steigende Dividende zu zahlen". Fortums Verwaltungsrat beabsichtigt, eine Dividende von 1,12 EUR pro Aktie für das Jahr 2020 vorzuschlagen, mit dem Ziel die Dividende in Zukunft weiter zu erhöhen.

Die geschätzten jährlichen Investitionsausgaben für die gesamte Fortum-Gruppe, einschließlich Uniper, für das Jahr 2021 belaufen sich auf ca. EUR 1,4 Milliarden, einschließlich Instandhaltungsinvestitionen und ohne Akquisitionen, wobei der Anteil der Instandhaltungsinvestitionen voraussichtlich EUR 700 Millionen betragen wird.

"Die erfolgreiche Umsetzung unserer überarbeiteten Strategie wird für Fortum, Uniper und alle unsere Stakeholder Wert schaffen. Uns ist es wichtig, eine im Laufe der Zeit steigende Dividende zahlen zu können, während wir daran arbeiten, klimaneutral zu werden", sagt Rauramo.

Vorteile der Zusammenarbeit

Parallel zur gemeinsamen Ausrichtung der Strategie haben Fortum und Uniper zusammen Kooperationsvorteile mit einem positiven Cash-Effekt auf konsolidierter Konzernbasis in Höhe von ca. EUR 100 Millionen jährlich identifiziert. Mehr als EUR 50 Millionen dieser jährlichen Vorteile werden schätzungsweise bis Ende 2023 erreicht werden, der volle Beitrag von ca. EUR 100 Millionen jährlich wird voraussichtlich im Jahr 2025 zum Tragen kommen. Durch diese Zusammenarbeit können wir Wert für beide Unternehmen und ihre Aktionäre zu schaffen.

Strategische Überprüfung des Consumer Solutions-Geschäfts

Im Einklang mit der Strategie und der kontinuierlichen Überprüfung des Geschäftsportfolios hat Fortum beschlossen, strategische Optionen, einschließlich eines möglichen Verkaufs, für das Consumer Solutions-Geschäft zu prüfen. Nach ersten Einschätzungen könnte dieser Geschäftsbereich mit einer alternativen Eigentümerstruktur ein höheres Wachstums- und Wertpotenzial bieten.

Consumer Solutions umfasst das Strom- und Gaseinzelhandelsgeschäft von Fortum in den nordischen Ländern, Polen und Spanien, einschließlich des Kundendienstes und des Abrechnungsgeschäfts. Fortum ist der größte Stromeinzelhändler in den nordischen Ländern mit etwa 2,4 Millionen Kunden verschiedener Marken in Finnland, Schweden, Norwegen, sowie Polen und Spanien. Das Unternehmen bietet Strom sowie damit verbundene Zusatz- und digitale Dienstleistungen an.

Im Jahr 2019 verkaufte Fortums Consumer Solutions-Bereich insgesamt 30,6 TWh Strom und 4,1 TWh Gas mit einem vergleichbaren EBITDA von EUR 141 Millionen. Der Geschäftsbereich beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter.

 

Weitere Informationen

Investoren und Analysten:
Ingela Ulfves, VP, IR and Financial Communications, Tel. +358 40 515 1531
Måns Holmberg, Manager, IR and Financial Communications, Tel. +358 44 518 1518
Rauno Tiihonen, IR Manager, Tel.
+358 10 453 6150


Medien:
Moritz Zumpfort, Communications Director, Fortum Deutschland SE
Tel. +49 173 7509644, E-mail:
moritz.zumpfort@fortum.com


Disclaimer

Bisher wurden noch keine Entscheidungen über die hier beschriebenen Maßnahmen getroffen. Diese müssen von Fortum und Uniper weiter ausgearbeitet und bewertet werden. Alle Entscheidungen werden unabhängig und im besten Interesse von Fortum bzw. Uniper und Ihren Aktionären getroffen. Die gesamte geschäftliche Zusammenarbeit zwischen Fortum und Uniper unterliegt dem Fremdvergleichsgrundsatz. Die von Fortum im Dezember 2020 angekündigte überarbeitete Strategie basiert auf Bewertungen, die sowohl von Fortum als auch von Uniper unabhängig voneinander vorgenommen wurden. Fortum und Uniper haben sich der Konzernstrategie im besten Interesse des jeweiligen Unternehmens und aller seiner Aktionäre verpflichtet.