Mit Energie kennen wir uns aus

Das breit gefächerte Portfolio von Fortum setzt auf verschiedene umweltfreundliche Energieträger. Wir wollen aber nicht nur saubere Energie produzieren, sondern Standards setzen. Daher arbeiten wir daran, unsere Wettbewerbsfähigkeit in Klimafragen kontinuierlich zu verbessern und europaweit die geringsten Treibhausgasemissionen zu erreichen.

Wasserkraft

Wasserkraft

Flexible Wasserkraft wird gebraucht, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, denn diese Energieform ist erneuerbar und emissionsfrei. Damit ist Wasserkraft ein Schlüsselfaktor beim Klimaschutz und zählt mittlerweile zu den wichtigsten erneuerbaren Energien in den nordischen Ländern. Sie spielt daher eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die zunehmende Menge von intermittierenden erneuerbaren Energien – wie Solar und Wind – im System in Balance zu halten.

Wasserkraftanlagen regulieren den Wasserstand in Seen und Stauseen. Diese speichern Wasser, sodass die Stromerzeugung mit dem Bedarf in Stoßzeiten in Einklang gebracht werden kann. Aus Wasserkraft gewonnener Strom macht ungefähr ein Drittel der gesamten Stromerzeugung von Fortum aus – gut 4.600 Megawatt pro Jahr. Ein signifikanter Anteil unserer Kapazitäten kommt von dabei aus 127 Kraftwerken in Mittelschweden.

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Die weltweite Verknappung von natürlichen Ressourcen bedeutet, dass die Effizienz der Stromerzeugung und die effiziente Nutzung von Strom an Bedeutung gewinnen. Kraft-Wärme-Kopplung adressiert beide Herausforderungen: Über 90 Prozent der Primärenergie von Brennstoffen wird genutzt, um Fernwärme und Strom zu erzeugen. Im Vergleich zur separaten Erzeugung verringert die Kraft-Wärme-Kopplung die Umweltemissionen zudem um 25 bis 40 Prozent.

Die meisten unserer KWK-Anlagen befinden sich in Ballungsräumen, in denen große Nachfrage nach Fernwärme besteht und sind mit einem zusätzlichen Kondensator ausgestattet. Dieser Kondensator ermöglicht eine verstärkte Stromerzeugung im Sommer, wenn die Erzeugung von Wärme auf einem viel niedrigeren Niveau stattfindet. Aktuell betreiben wir KWK-Anlagen in Finnland, Russland, Polen und den baltischen Ländern. Unsere KWK-Erzeugung in Schweden erfolgt durch Fortum Värme, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Stadt Stockholm.

Die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von KWK-Anlagen ermöglicht die flexible Nutzung von verschiedenen Energieträgern. Die KWK-Anlagen von Fortum nutzen eine Vielzahl von Brennstoffen, wie Biomasse, Abfall und traditionelle fossile Brennstoffe.

Solarenergie

Solarenergie

Wir bei Fortum sind davon überzeugt, dass Sonnenenergie eine der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen ist. Daher ist Solarenergie ein wesentlicher Bestandteil unserer Zukunftsstrategie. Mit dem Begriff Solar-Wirtschaft bezeichnen wir eine Gesellschaft, die zwei große Herausforderungen gleichzeitig in Angriff nimmt: die Notwendigkeit, die Ressourceneffizienz zu verbessern und die Emissionen zu verringern.

Solarenergie hat großes Potenzial: Die gesamte Menge an Sonnenenergie, die auf jährlich die Oberfläche unserer Erde trifft, beträgt 800 Millionen TWh. Das ist ungefähr 5.000 Mal so viel wie der gesamte weltweite, jährliche Bedarf an Primärenergie. In anderen Worten: In weniger als zwei Stunden erhält die Erde durch die Sonne die Menge an Energie, die wir jährlich verbrauchen.

Seit mehreren Jahren investiert Fortum in die Erforschung und Nutzung von Solarkraft. Aktuell haben wir zwei Solarparks in Indien. Ein 10 Megawatt-Solarkraftwerk in Madhya Pradesh erstreckt sich über 28 Hektar und ist das erste Projekt, das unter der Jawaharlal Nehru National Solar Mission (JNNSM) Phase II Batch I beauftragt wurde. Fortum besitzt außerdem ein 5 Megawatt-Solarkraftwerk im Bundesstaat Rajasthan. Indien bietet uns die einzigartige Möglichkeit, mehr über die verschiedenen Solarzellentechnologien zu lernen. Erst vor Kurzem hat Fortum ein 70 Megawatt-Projekt im Bhadla-Solarpark in Rajasthan fertiggestellt und in Betrieb genommen, ein weiteres 100 Megawatt-Projekt im Pavagada-Solarpark in Karnataka befindet sich aktuell in der Bauphase.

Wir sind auch der führende Partner im Glava-Energiezentrum – dem größten landbasierten Solarpark in den nordischen Ländern. Dieser liegt außerhalb von Arvika in Schweden. Dieser Park ist auch ein Testlabor für innovative Lösungen im Rahmen von intelligenten Netzen.

Windkraft

Windkraft

In den vergangenen Jahren war Windkraft – emissionsfrei und erneuerbar – die am schnellsten wachsende Art der Stromerzeugung weltweit. Fortum hat kräftig investiert, um das Potenzial von Windkraft auszuschöpfen.

Gemeinsam mit Skellefteå Kraft bauen wir im Blaiken-Gebiet von Nordschweden eine der größten Windkraftanlagen in Europa. Fortum und Skellefteå Kraft bauen außerdem das 75-Megawatt-Windkraftanlagenprojekt Solberg Vindkraft AB in Nordschweden. Darüber hinaus haben wir mit einem Windkraftanlagenprojekt in Ulyanovsk (Russland) begonnen, das eine Gesamtkapazität von 35 Megawatt hat. Dies ist die erste Windkraftanlage in Russland. Sie soll 2017 in Betrieb gehen.

Im Norden Norwegens befindet sich unsere Windkraftanlage Nygårdsfjellet mit einer installierten Leistung von 32 Megawatt. Des Weiteren bereiten wir aktuell den Bau der Ånstadblåheia- und Sørfjordprojekte vor. Diese werden voraussichtlich 2018 und 2019 in Auftrag gegeben.

Wellenkraft

Wellenkraft

Die Kraft des Meeres ist enorm. Das Meer bietet eine unerschöpfliche Energiequelle, wenn wir lernen, wie wir sie effektiv nutzen können. In den vergangenen Jahren hat Fortum umfassende Forschungen angestellt, um die besten Lösungen zu finden, Wellen in Energie umzuwandeln.

Wellenkrafttechnologien werden basierend auf dem Prinzip, das für die Nutzung der Wellenenergie eingesetzt wird, in verschiedene Kategorien unterteilt – so zum Beispiel, ob die Energie aus den Wellen am Grund oder an der Oberfläche des Meeres gewonnen wird. Wir erforschen beides.

Die Forschung zur Nutzung von Wellen am Grund des Meeres wird in Frankreich in Zusammenarbeit mit dem finnischen Unternehmen AW-Energy und dem französischen Unternehmen DCNS durchgeführt. Die Forschung zur Wellenkraft an der Oberfläche des Meeres hingegen wird in Schweden in Zusammenarbeit mit der Uppsala-Universität realisiert.

Fortum koordiniert das von der Europäischen Kommission im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 geförderte Forschungsprojekt „Clean Energy From Ocean Waves“ (CEFOW). Das Ziel dieses fünfjährigen Projekts ist es, die Nutzung des Pinguin-Wellen-Energie-Umwandlers im Zusammenspiel mit Stromnetzen unter Meeresbedingungen zu untersuchen und weiterzuentwickeln. Dieser wurde von dem finnischen Unternehmen Wello entwickelt. Das Multi-Device-Testprojekt wird bei Wave Hub durchgeführt, einem Testzentrum mit Fokus auf Wellenkraft. Es befindet sich in Cornwall (Großbritannien), wo Fortum Seegebiet gepachtet hat.

Dampfkraft

Dampfkraft

Ein Kondensationskraftwerk erzeugt elektrische Energie im Wesentlichen durch die Nutzung von Kohle, Erdgas oder -öl als Brennstoffträger. Wie in einer Wärmeanlage wird Wasser erhitzt und in Dampf verwandelt, um eine Turbine zu drehen, die wiederum den Generator rotieren lässt. Anders als in der Kraft-Wärme-Kopplung wird die überschüssige Wärmeenergie nach der Turbine jedoch nicht in Kondensationskraftwerken genutzt. Stattdessen wird sie mit Kühlwasser kondensiert.

Dampfkraft wird im nordischen Strommarkt genutzt, um die Nachfrageschwankungen auszugleichen, die bisweilen durch einen Mangel an Talsperrenwasser oder aus anderen Gründen entstehen. Die jährliche Kondensationskrafterzeugung von Fortum schwankt daher auch erheblich je nach Marktsituation. In den nordischen Ländern erzeugt Fortum im Meri-Pol-Kohlekraftwerk in Finnland Dampfkraft. Fortum betreibt außerdem ein gasgefeuertes Wärmekraftwerk in Nyagan (Russland).

 

Kernenergie und Entsorgungsmanagement

Kernkraftwerke

Kernkraft ist eine CO2-freie und zuverlässige Quelle für die Grundlast. Kernkraft wird gebraucht, um die Energieversorgung sicherzustellen und dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die Treibhausgasemissionen sind während der Nutzungszeit so niedrig wie bei Wind-, Wasser- und Solarkraft.

In Europa und Finnland macht Kernkraft etwa ein Drittel der Stromerzeugung aus. Der Großteil der Kernkraftreaktoren weltweit sind Leichtwasserreaktoren, die Wasser als Neutronenmoderator und Brennstoffkühlmittel nutzen. Es gibt zwei grundsätzliche Arten von Leichtwasserreaktoren: Siedewasserreaktoren und Druckwasserreaktoren.

Im Jahr 2016 hat Fortum 24,1 Terrawatt-Stunden Kernenergie erzeugt. Dies hat ein Drittel der gesamten Stromerzeugung des Unternehmens ausgemacht. Fortum verfügt über langjährige Erfahrungen beim verantwortungsvollen Einsatz von Kernkraft. Wir entwickeln unsere Kernkraftwerke gemäß dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheit immer weiter. Betreibern anderer Kernkraftwerke bieten wir auf Basis der anerkannten Expertisen von Fortum im Bereich Kernkraft professionelle Serviceleistungen im Kernkraftbereich an.

Die wichtigste Aufgabe im Kernkraftbetrieb von Fortum ist es, Strom sicher, zuverlässig und wettbewerbsfähig zu erzeugen – sowohl kurz- als auch langfristig. Gleichzeitig sollen auch die Richtlinien zur nuklearen und radioaktiven Sicherheit, zur Sicherheit des Entsorgungsmanagements und zur Kontrolle des nuklearen Materials erfüllt werden. Unsere Arbeitsabläufe basieren auf einer ausgereiften Sicherheitskultur und hohen Qualitätsstandards sowie kontinuierlichen Verbesserungen. Unsere eigene erstklassige Expertise ist Grundvoraussetzung für Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.

 

Nukleares Entsorgungsmanagement

Beim Betrieb eines Kernkraftwerks ist die Entsorgung der entstehenden Abfälle eine zentrale Herausforderung. Wir unterstützen beim Management und bei der Lagerung von abgebrannten Kernbrennstoffen. Dies umfasst die Behandlung von funktionsfähigen nuklearen Abfällen. Nach finnischer Gesetzgebung muss nuklearer Abfall, der in Finnland erzeugt wurde, in Finnland entsorgt werden und die Kraftwerksgesellschaften sind für ihr nukleares Entsorgungsmanagement verantwortlich.

Bei Lösungen zur Endlagerung von nuklearem Abfall ist Fortum weltweit führend. Das Gleiche gilt für die Kernkraftwerke in Finnland und Schweden, bei denen Fortum Miteigentümer ist. Posiva, ein von Fortum und dem finnischen Kernkraftwerksbetreiber TVO gegründetes Unternehmen, kümmert sich um die Endlagerung des nuklearen Abfalls aus deren Kernkraftwerken.
Die finnische Regierung hat Posiva im November 2015 eine Lizenz für den Bau einer Endlagerungsanlage für abgebrannten Kernbrennstoff erteilt. Nach ausführlicher und multidisziplinärer Forschungs- und Entwicklungsarbeit kann Posiva jetzt mit dem Bau der Endlagerungsanlage in Olkiluoto gemäß dem entwickelten Konzept fortfahren. Die Endlagerung der abgebrannten Brennstoffe aus den Kernkraftwerken Olkiluoto und Loviisa im finnischen Untergrund soll in den frühen 2020er Jahren starten. SKB (Svensk Kärnbränslehantering AB) ist für die Entsorgung des Abfalls verantwortlich, der bei der Erzeugung von Strom aus Kernkraft in Anlagen in Schweden entsteht, bei denen Fortum Miteigentümer ist. Ein Endlager für abgebrannte Kernbrennstoffe wird in Forsmark gebaut, in der Gemeinde von Östhammar. Die Bauarbeiten sollen bis Ende dieses Jahrzehnts abgeschlossen werden. Nach dem Bau und der Pilotphase kann die Endlagerung Ende des nächsten Jahrzehnts beginnen.

Ergänzend zu unseren eigenen Aktivitäten unterstützen wir Kunden dabei, das Abfallaufkommen und die Abfallentsorgungskosten in Kernkraftwerken zu verringern, indem der gesamte Prozess von Abfallsammlung bis zur Endlagerung optimiert wird. Wir bieten außerdem Serviceleistungen an, um die langfristige Sicherheit von nuklearem Abfall in geologischen Endlagern zu beurteilen. Unsere Serviceleistungen umfassen alle Phasen der Behandlung von trockenen und flüssigen Abfällen.

Brennstoffe

Brennstoffe

Fortum nutzt viele Arten von Brennstoffen bei der Strom- und Wärmeerzeugung. Dazu gehören Erdgas, Kohle, Biomasse und andere Biokraftstoffe sowie aus Abfall gewonnene Brennstoffe. Jeder Brennstoff hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Umwelt.

In Europa erzeugen wir kohlendioxidfreien Strom mit Wasser-, Kern- und Windkraftwerken und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die Biomasse, Bioflüssigkeiten und aus Abfall gewonnene Brennstoffe einsetzen. Im EU-Raum waren 96 Prozent (2015: 97 Prozent) unserer Stromerzeugung 2016 kohlenstofffrei. Der Rest des Stroms wurde hauptsächlich mit Kohle erzeugt. Solarstrom erzeugen wir in Indien.

Unsere Stromerzeugung in Russland basiert komplett auf fossilen Brennstoffen, hauptsächlich auf Erdgas. Unsere neuen Anlageneinheiten in Russland basieren auf Gasturbinentechnologie. Dies ist die beste verfügbare Technologie zur Erdgasverbrennung. 62 Prozent (2015: 64 Prozent) unserer gesamten Stromerzeugung war 2016 kohlendioxidstofffrei.

Im Jahr 2016 wurden unter anderem folgende Projekte, die direkt oder indirekt die Kohlenstoffdioxidemission verringern, abgeschlossen:

  • Sanierung der Gasturbine der Chelyabinsk-KWK-3-Einheit in Russland
  • Austausch von zwei Hochdruckturbinen beim Loviisa-Kernkraftwerk in Finnland
  • Sanierung von Wasserkraftwerken in Schweden und Finnland
  • Optimierung der Energieerzeugung und ein neuer thermischer Energiespeicher beim Suomenoja-Kraftwerk in Finnland
  • Ablösung des Schweröls durch Holzpellets bei der Kivenlahti-Wärmeanlage in Espoo (Finnland)
  • Implementierung einer neuen Fernkälte-Anlage in Tartu (Estland)

Damit können wir die jährlichen Kohlenstoffdioxidemissionen um rund 48.000 Tonnen reduzieren.

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